Selbstsüchtiger Riese tut Gutes
Märchenhafte Inszenierung: Das Jugendtanztheater Bielefeld

Benefizkonzert: Bielefelder Jugendtanztheater tanzt am Sonntag, 13. Mai, in der Rudolf-Oetker-Halle Märchen von Oscar Wilde – Musikalische Umsetzung des Bochumer Komponisten Stefan Heucke – Erlös unterstützt bundesweite Hospizarbeit

Auch der selbstsüchtigste Riese kann Gutes tun: Das beweist nun ein „märchenhaftes“ Projekt des Bielefelder Jugendtanztheaters. Am Sonntag, 13. Mai, zeigen über 50 Kinder und Jugendliche ab 11.00 Uhr erstmals ihre Interpretation des Märchens von Oscar Wilde „Der selbstsüchtige Riese“. Dabei tanzen sie in der Rudolf-Oetker-Halle zu einer Musik des Bochumer Komponisten Stefan Heucke. Der Erlös des Benefizkonzertes kommt der bundesweiten Organisation „Omega – Mit dem Sterben leben e.V.“ und der Hospizbewegung Bielefeld zu Gute. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen.

Über ein halbes Jahr lang trainierten und probten über 50 Kinder und

Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren für ihren Auftritt. Dabei erzählen sie das Musikmärchen „Der selbstsüchtige Riese“, das der Bochumer Komponist Stefan Heucke nach dem Originaltext von Oskar Wilde vertont hat. Unter der Regie von Maria Haus, Leiterin des Jugendtanztheaters, haben die Jugendlichen die Komposition nun in Tanz „übersetzt“. Begleitet werden sie dabei von dem Klavierduo William Ward Murta und Nadja Naumova sowie der Sprecherin Therese Berger.

Geschichte eines hartherzigen Riesen
Oscar Wilde erzählt in dem Märchen die Geschichte eines hartherzigen Riesen, der seinen wunderschönen Garten mit niemandem teilen will. Um spielende Kinder fern zu halten, errichtet er eine hohe Mauer. Frühling und Sommer gehen ins Land, nur im Garten des selbstsüchtigen Riesen bleibt es Winter. Erst als sich die Kinder heimlich in den Garten schleichen, wird wieder Frühling. Da schmilzt auch das harte Herz des Riesen. Nach vielen Jahren, als der Riese alt und schwach geworden ist, gibt es ein wundersames Wiedersehen mit einem kleinen Jungen, der dem Riesen inneren Frieden schenkt und ihn mitnimmt ins Paradies. Gebettet in ein Meer von weißen Blüten findet der Riese sein friedvolles Ende.

Die Chance, ein besserer Mensch zu werden
„Der selbstsüchtige Riese“, die bisher erfolgreichste Komposition Stefan Heuckes, greift dabei Grundthemen im Schaffen des 45-Jährigen auf. Dazu gehören nicht nur die Auseinandersetzung mit Tod und Sterben, sondern auch die Chance des Menschen zu transzendieren, ein Besserer zu werden, sein Leben immateriellen und spirituellen Dingen zuzuwenden.

Umgang mit Sterben, Tod und Trauer

Jeder Euro hilft: Der Erlös des Konzertes unterstützt die Arbeit der Hospizbewegung Bielefeld und von Omega e.V. Seit über 20 Jahren setzt sich die bundesweite Initiative für ambulante ehrenamtliche Sterbebegleitung dafür ein, den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern.

Karten und Informationen
Die Vorstellung „Der selbstsüchtige Riese“ des Jugendtanztheaters Bielefeld beginnt am Sonntag, 13. Mai, um 11.00 Uhr in der Rudolf-Oetker-Halle, Lampingstraße 16, in Bielefeld. Karten kosten zwischen 5 und 10 Euro und sind erhältlich unter Telefon 0521 – 51 69 99 und 0521 – 66 100.

Alle Informationen:
www.heucke-stefan.de
www.omega-ev.de

Von A - Z: Stefan Heucke

Stefan Heucke (*1959) erhielt seine musikalische Ausbildung von 1978 - 1986 an den Musikhochschulen Stuttgart und Dortmund bei den Professoren Renate Werner und Arnulf von Arnim, Klavier und Gerhart Schäfer, Komposition. Erste öffentliche Aufmerk-samkeit erregte Heucke 1985 mit der Uraufführung seiner Vier Orchesterstücke op. 5 mit dem Saarländischen Staats-orchester unter der Leitung von Matthias Kuntzsch. Darauf-hin folgten zahlreiche Auffüh-rungen und Rundfunkproduk-tionen mit namhaften Solisten und Orchestern im In- und Ausland.Von 1989 bis 2002 hatte Heucke einen Lehrauftrag für Tonsatz an der Staatlichen Hochschule für Musik in Dortmund inne. 1990 erhielt er den Förderpreis der Stadt Dortmund für junge Künstler. Zahlreiche Aufträge von Orchestern, Ensembles, Stiftungen und Privatpersonen sowie ein Stipendium der Werner-Richard-Dr.-Carl-Dörken-Stiftung (von 1996-1998) ermöglichen Heucke eine Existenz als freischaf-fender Komponist. Seine Werke werden bei Schott Musik International verlegt. Zahlreiche Rundfunkmit-schnitte und CD-Produktionen dokumentieren sein vielfäl-tiges Schaffen auf Tonträgern. Heucke lebt seit 1996 in Bochum. Zur Zeit arbeitet er an seiner zweiten Musiktheater-werk „Das Frauenorchester von Auschwitz“, das 2006 im Theater Krefeld / Mönchen-gladbach uraufgeführt werden wird.

 

Werke (Auswahl):

 

Vier Orchesterstücke op. 5 (1983; UA 1985 Saarbrücken)

- Variationen über ein Thema von Webern für Orchester op. 10 (1988; UA 1989 in Münster)

- Klaviertrio op.11 (1989; UA 1994 in Recklinghausen)

- Erste Symphonie für Soli, Chor und Orchester nach Worten der Bibel  op. 12 (1990; UA 1991 in Dortmund)

- Zweite Symphonie für Tenor und Orchester nach August von Platen op. 19 (1993; UA 2000 in Witten)

-  „Der selbstsüchtige Riese“  Märchen für Sprecher und Orchester nach Oscar Wilde op. 20 (1993/94; UA 1996 in Bochum, spanische Erstauf-führung 2004 in Pamplona)

- Sonate für Baßklarinette und Klavier op. 23 (1995; UA 1996 in Leiden)

- Quintett für Violine, Viola, Violoncello, Kontrabaß und Klavier op. 25 (1995; UA 1997 in Dortmund)

- „Der Gesang aus der tiefsten Hölle“ Zyklus für Mezzosopran und Klavier nach Franz Kafka op. 26 (1996; UA 1996 in Dortmund)

- „Die Ordnung der Erde“ Tanzoratorium nach dem Gilgamesch-Epos für Tänzer, Sänger und Orchester op. 30 (1996-1998; UA 2001 im Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen mit dem Ballett Schindowski)

- „Nacht – Urnen“ Fünf Fantasiestücke für Klavier op. 32 (1998-2000; UA 2000 in Solingen)

- Konzert für Baßklarinette und Orchester op. 33 (1999; UA 1999 in Lissabon)

- Vier Etüden und ein Epilog für großes Orchester op. 36 (1999/2000; UA 2001 in Cuxhaven)

- Sonate für Violine und Klavier op. 38 (2000; UA 2001 in Solingen)

- Konzert für Violoncello und Orchester op. 39 (2001; UA 2004 in Bochum)

- Metamorphosen eines Satzes von Franz Schubert für Streichquartett und großes Orchester op. 45 (2003/04; UA 2004 in Solingen)