Neun Städte – ein Thema: Leben mit Demenz

Inklusive Veranstaltungsreihe „Zwei Zucker“ mit dem TV-Schauspieler Wichart von Roëll kombiniert Filmvorführung, Künstlergespräch und Podiumsdiskussion über eine Krankheit, die alle angeht – Start am 15.9. in Herne – Eintritt frei

Filmvorführung, Künstlergespräch und Podiumsdiskussion – so lauten die Eckpfeiler der inklusiven Veranstaltungsreihe „Zwei Zucker“ zum Thema „Leben mit Demenz“. Im Mittelpunkt stehen der preisgekrönte Kurzfilm „Zwei Zucker“ und sein Hauptdarsteller, der bekannte TV- und Bühnenschauspieler Wichart von Roëll („Klimbim“).

Initiator der Reihe, die am Dienstag, 15. September, in Herne beginnt, ist der Verein ID55 – anders alt werden mit Sitz in Herne in Zusammenarbeit mit neun Kreisgruppen des Paritätischen NRW und vielen Partnern vor Ort. Die Schirmherrschaft über das städteverbindende Projekt hat NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens übernommen. Die erste Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Begegnungszentrum Pluto. Neben Wichart von Roëll diskutieren Wolfgang Wessels, Demenzservicezentrum Ruhr, Dr. Katrin Linthorst, Gesundheitsamt der Stadt Herne, Frank Wübbold, Fachgruppe „Alter und Pflege“, Der Paritätische NRW. Moderiert wird der Abend von der Journalistin Susanne Schübel (ID55). Der Eintritt ist frei.

Film, Künstlergespräch, Diskussion
Dem Auftakt in Herne folgen gleichartige Veranstaltungen in Recklinghausen, Bottrop, Dortmund, Gelsenkirchen, Lünen, Witten und Lüdenscheid, bevor die Roadshow Anfang Dezember in Bochum endet. Nach Film und Künstlergespräch mit Wichart von Roëll schließt sich eine Podiumsdiskussion mit regionalen Projekten und Betroffenen an. Unterstützt wird die Reihe u. a. durch die Demenzservicezentren Ruhr, Dortmund und Westliches Ruhrgebiet, die Alzheimer Gesellschaft und die Gesundheitsämter der Kommunen. Das Konzept der Abende verbindet künstlerisches Schaffen mit der Auseinandersetzung über ein gesellschaftlich bedeutsames Thema. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, auf diese neue Weise Interesse an einer Auseinandersetzung mit der Volkskrankheit Demenz zu ermöglichen, an der in Deutschland bereits heute rund 1,4 Millionen Menschen leiden, überwiegend Ältere.

Handlungsalternativen kennen
Konzipiert und koordiniert wird die Reihe durch den in Herne ansässigen, vom Land NRW ausgezeichneten gemeinnützigen Verein ID55 – anders alt werden. Susanne Schübel, Gründerin und Vorsitzende des Vereins ID55: „Anders alt zu werden bedeutet auch, dass man sich mit Demenz beschäftigt, um frühzeitig Handlungsalternativen zu kennen. Jeder von uns hat mindestens eine Verbindung zu diesem Thema. Spätestens wenn die eigenen Eltern erkranken, stellt sich die Frage, wie ein Leben mit Demenz gestaltet werden kann. Oder man entdeckt Entwicklungen an sich selbst, die Anlass zur Sorge geben. Wo und wie finden pflegende Angehörige Entlastung? Welche guten Beispiele existieren bereits in den einzelnen Ruhrgebietsstädten? Bieten die neuen Pflegewohngemeinschaften eine Alternative zur stationären Unterbringung?“

Inklusive Kulturveranstaltung

Die Initiatoren hoffen, dass durch die neue Form der Vermittlung interessierte Bürger und bereits Betroffene mit Experten zum Thema Demenz ins Gespräch kommen. Holger Schelte, Geschäftsführer der Paritätischen Kreisgruppe Herne: „Wir haben die Reihe als inklusive Kulturveranstaltung geplant. Menschen mit und ohne Behinderung sollen sich das im Film gezeigte Thema durch gemeinsames Sehen, Hören und Diskutieren erschießen.“ Damit auch behinderte Menschen unabhängig vom Grad ihres Handicaps teilnehmen können, wurden speziell barrierefreie Veranstaltungsorte gewählt. Die anschließenden Diskussionen und sämtliche andere Redebeiträge werden mit Gebärdendolmetschern für Gehörlose übersetzt. Außerdem wird – wenn möglich – eine FM-Anlage für Hörgeschädigte zur Verfügung gestellt.

Mehr Informationen:
www.id55.de

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