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Ein Modell macht Schule

Wohnen, Leben, Teilhaben: Neues APD-Wohnprojekt „Leben in Rotthausen“ in ehemaliger Hilgenboomschule bietet in drei Demenz-WGs Platz für 24 Mieter und schafft 25 neue sozialversicherungspflichte Arbeitsplätze – Enger Bezug zum Quartier – Sozialer Wohnungsbau auf hohem Niveau

Willkommen in Rotthausen: Frank Baranowski, Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen, und APD-Geschäftsführerin Petra Hasenau-Rössing durchschneiden das rote Band vor dem Eingang zur Demenz-Wohngemeinschaft an der Schemann-Straße 47. Unterstützt werden sie von APD-Geschäftsführer Claudius Hasenau und Hausmutter Theresia Hasenau (rechts).

Ein neuer Ort des Lebens mitten im Quartier: Frank Baranowski, Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen, und die APD-Geschäftsführer Petra Hasenau-Rössing und Claudius Hasenau vor dem Gebäude der historischen Hilgenboom-Schule, in dem ab Juli 24 Menschen mit Demenz ein neues Zuhause finden.

Ein Ort des Lernens wurde zum Ort des Lebens: Mit einer ökumenischen Andacht öffnete am Donnerstag, 30. Juni, das vierte Demenz-Wohnprojekt der APD unter dem Titel „Leben in Rotthausen“ seine Tore. Ab sofort bieten in der umgebauten Hilgenboom-Schule an der Schemannstraße 47 drei anbieterverantwortete Wohngemeinschaften ein familienähnliches Zuhause für insgesamt 24 demenziell veränderte Frauen und Männer. Auf diese Weise schuf die APD, die mit mehr als 350 Mitarbeitenden und über 700 Patienten täglich zu den zehn größten privaten Pflegediensten Deutschlands gehört, weitere 25 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Realisiert wurde das Vier-Millionen-Vorhaben durch eine Gelsenkirchener Investorengemeinschaft.

Zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Finanzen, Verwaltung und Kultur nahmen an dem Festakt teil. Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski überbrachte das Grußwort der Stadt: „Hier entsteht ein kluges und vielversprechendes Modell für das Leben im Alter, für das Leben mit Krankheiten und Pflegebedarf. Es ist spannend, sich dieses Angebot anzuschauen und zu sehen, welche Möglichkeiten es gibt, auf die besonderen Bedarfe von Demenz-Kranken einzugehen – und dennoch einen offenen, lebendigen Ort zu schaffen. Denn es ist ganz klar: In einer älter werdenden Gesellschaft werden wir mehr und mehr solcher Orte brauchen! Orte, die mehr Betreuung bieten als in den eigenen vier Wänden möglich ist, aber auch mehr Eigenständigkeit als ein Wohnheim!“

Demenz nicht verstecken
Mit der ehemaligen Hilgenboomschule verbinden sich für die Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil viele persönliche Erinnerungen. Eine Investorengemeinschaft erwarb das stark sanierungsbedürftige
Gebäude der einstigen Förderschule aus Rotthauser Ziegelstein von der Stadt Gelsenkirchen. Der markante Altbau blieb stehen, um den besonderen Charme und die Atmosphäre des Hauses zu erhalten. „Familie, Freundschaft und Nachbarschaft sind kostbar. Diese Werte gilt es zu schützen und zu bewahren“, sagte Claudius Hasenau, einer der drei APD-Geschäftsführer in seiner
Eröffnungsansprache. Daher sei dieser vierte Standort „Leben in Rotthausen“ unter dem Blickwinkel einer besonderen Weiterentwicklung zu sehen. Hasenau: „Das, was Lebensqualität ausmacht, haben wir bereits in der Raum- und Personalstruktur berücksichtigt. Gleichzeitig sind wir über unsere
Grundstückgrenzen hinausgegangen. Wir haben die Menschen, die hier im Quartier leben, von Anfang an mit eingebunden. Dies gelang durch Quartierkonferenzen und Quartierstreffen unter der Zielsetzung, das Thema Demenz nicht zu verstecken, sondern Menschen mit Demenz offensiv als Familie, Freunde, Nachbarn in unser Stadtgebiet zu integrieren.“ Claudius Hasenau bedankte sich für die Unterstützung beim Rotthauser Netzwerk, beim Generationnetz Gelsenkirchen und nicht zuletzt bei der Agentur für Arbeit in Gelsenkirchen, die in bundesweit einzigartigen Concierge-Lehrgängen neue Mitarbeitende für die Tätigkeit in der APD-WG fitmachte.

Vier Millionen Euro investiert
Das Bauvorhaben selbst umfasste Investitionen von rund ca. 4 Millionen Euro. In der ehemaligen Förderschule entstanden drei Wohngemeinschaften für je acht Mieterinnen und Mieter. Jede WG umfasst 250 Quadratmeter. Die Zimmer der Bewohner sind bis zu 20 Quadratmeter groß und haben ein eigenes Bad. Alle Mieter verfügen über eine eigene Klingel und einen eigenen Briefkasten. Die Zimmer gruppieren sich um eine gemütliche Wohnküche, das Herzstück der WG. Die WGs sind mit besonders großzügigen Aufenthaltsräumen ausgestattet, in denen ein Kamin für Gemütlichkeit sorgt, Erholung bieten Terrassen oder Balkone. Die Räumlichkeiten sind rollstuhlgerecht, sämtliche
Anforderungen an den Brandschutz erfüllt. Hinter dem Gebäude lädt ein fast 4.000 m² großer Demenzgarten zum Verweilen ein. Der Versammlungsraum des Hauses steht auch der Nachbarschaft im Quartier zur Verfügung, zum Beispiel den Stadtteilgruppen von ZWAR. Eine wissenschaftliche Begleitung, die die Entwicklung von Demenz-WGs im städtischen Raum (Gelsenkirchen) mit der in
ländlichen Gebieten (Kierspe) vergleicht, rundet das Projekt ab. Der Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (GKV) Berlin bezuschusst die Studie über den Fördertopf „Dement im Quartier – Wohnen, Leben, Teilhaben“ mit einer Viertelmillion Euro.

Nettokaltmiete von 5,25 Euro
In seiner Ansprache machte APD-Geschäftsführer Claudius Hasenau deutlich, dass es sich beim Projekt „Leben in Rotthausen“ keinesfalls um eine Luxuswohnanlage handle. Hasenau: „Was wir heute sehen, ist sozialer Wohnungsbau auf hohem Niveau. Möglich wurde dies durch die Förderung
des Projekts durch das Wohnraumförderprogramm des Landes NRW. Mit einer Nettokaltmiete in Höhe von 5,25 € ist es uns gelungen, ein vergleichbar günstiges Angebot zu schaffen. Trotz aller Normalitätsgrundsätze in der Gestaltung von Wohn- und Lebensraum ist uns bewusst, dass dieser
Lebensraum auf die besondere Bedarfslage der hier lebenden Menschen eingehen muss. Größere Verkehrsflächen, erhöhte Brandschutzauflagen, Barrierefreiheit, aber auch Schutzvorschriften aus dem Ordnungsrecht hätten bei einer freien Finanzierung einen doppelt so hohen Mietpreis nach sich
gezogen.“

Mehr Informationen:
www.apd.de

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