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Neues Gesetz ist für WG-Anbieter „ein Buch mit sieben Siegeln“

Fachtagung kritisiert Rechtsunsicherheit bei Finanzierung von sozialer Betreuung – Fachverband schreibt für 2016 Zukunftspreis aus

Ambulant betreute Wohngemeinschaften müssen in NRW zur Regelversorgung werden, fordert der Fachverband „WIG – Wohnen in Gemeinschaft“, in dem sich Begleiter von mehr als 100 Wohngemeinschaften in NRW zusammengeschlossen haben. Die Verabschiedung des neuen Wohn-Teilhabe-Gesetzes in NRW, an der der Fachverband intensiv mitgewirkt habe, sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gewesen, so Verbandschef Claudius Hasenau auf der Fachtagung des Vereins im November in Gelsenkirchen. Claudius Hasenau: „Trotz aller Fortschritte bleibt für uns viel zu tun. Bei der Finanzierung sozialer Betreuungsleistungen in den Wohngemeinschaften bestehen nach wie vor große Unsicherheiten.“ Abhilfe schaffen könne hier nur ein Landesrahmenvertrag für NRW, so Hasenau.

Der preisgekrönte Kurzfilm „Zwei Zucker“ mit dem bekannten Schauspieler Wichart von Roell („Klimbim“) über die verzweifelte Suche nach Angeboten für ein würdiges Leben mit Demenz eröffnete die 7. Jahrestagung. Die Fachveranstaltung unter dem Titel  „Perspektiven ambulant betreuter Wohngemeinschaften in NRW“ stellte mit rund 140 Teilnehmenden aus Pflege, Wissenschaft, Politik und Verwaltung im Wissenschaftspark Gelsenkirchen erneut einen Besucherrekord auf.

Anbieterverantwortete WGs haben die größten Chancen
Unter dem Titel „Das WTG in der Praxis - Ein Jahr Erfahrung mit dem neuen Landesrecht“ spiegelte der Rechtsanwalt und Berater Dr. Lutz Michel Eindrücke bedrückende Erfahrungen von Pflegewohnprojekten im Umgang mit den beteiligten Institutionen und Behörden wider. Dr. Lutz Michel: „Die WTG-Regelungen, obwohl relativ verständlich formuliert, und das leistungsrechtliche Instrumentarium sind nach wie vor Bücher mit sieben Siegeln. Leider tragen die Kassen häufig ihren Teil dazu bei.“  Die „Segnungen“ der politischen und auch behördlichen Priorisierung der anbieterorientierten Wohngemeinschaften, so der WG-Kenner, seien noch ebenso wenig bei den Anbietern angekommen wie die Angebote zur finanziellen Flankierung. Die größten Chancen für neue Projekte sehe er bei den anbieterverantworteten Wohngemeinschaften – wichtig seien vor allem tragfähige Immobilienpartnerschaften.


NRW-Studie untersucht Finanzierungsstrukturen
Dirk Suchanek, Referatsleiter Wohn- und Teilhabegesetz im NRW-Pflegeministerium (MGEPA) informierte das Plenum über den aktuellen Stand des Wohn- und Teilhabegesetz NRW und dessen Bedeutung für Pflegewohngemeinschaften. Im Anschluss informierte Roland Weigel, Geschäftsführer der Konkret Consult Ruhr (KCR) GmbH, über eine neue vom MGEPA NRW in Auftrag gegebene Studie, die die bestehenden Finanzierungsstrukturen ambulant betreuter Wohngemeinschaften im Lande erforschen soll. Die Ergebnisse der Studie sollen dabei helfen, die rechtliche und finanzielle Situation der WGs zu verbessern.


Zukunftspreis 2016 würdigt beispielhafte WG-Konzepte
Auf der Fachtagung kündigte der Verband an, 2016 erstmals einen  5.000 Euro dotierten Zukunftspreis für gute Konzepte von Wohngemeinschaften ausloben zu wollen. Ziel ist die Prämierung von beispielhaften Konzepten zur Pflege und Betreuung in Wohngemeinschaften. Möglich wird dies durch eine Kooperation mit der ERGO-Gruppe.

Mehr Informationen:
www.wig-nrw.de

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