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SCHOOLBUCKS - EIN ERFOLGSMODELL

So schnell - so groß: Schülergenossenschaft am Mulvany Berufskolleg geht mit 23 „Neuen“ in die dritte Runde - Ausgezeichnet für Integrations- projekt zum Thema Finanzielle Bildung - Ehrenamtliche gesucht

Schoolbucks eSG, die erste eingetragene Schülergenossenschaft im Ruhrgebiet, hat sich seit Gründung im Februar 2015 am Mulvany Berufskolleg in Her-ne zu einem bundesweit beachteten Erfolgsmodell entwickelt. „Wir können selbst kaum glauben, dass wir so schnell so groß geworden sind“, sagt die Pädagogin Anna Große-Hovest, die das Projekt gemeinsam mit zwei Kollegen begleitet.

Für die Idee, junge Menschen mit Zuwanderungshintergrund in Zusatzseminaren Kompetenzen im Umgang mit Geld zu vermitteln, sicherte sich schoolbucks jetzt sogar den mit mehr als 5.000 Euro dotierten zweiten Platz in einem nationalen Wettbewerb von easycredit, dem Finanzexper-ten der Genossenschaftlichen Finanzgruppe Volksbanken/Raiffeisenbanken. Thomas-Josef Schröter, Leiter Vorstandsstab Volksbank Bochum Witten eG: „Der Preis schafft eine gute Grundlage für das Integrationsprojekt, das in Zukunft weiter ausgebaut werden soll. Dafür su-chen wir schon heute Bürgerinnen und Bürger aus Herne, die Lust haben, schoolbucks ehren-amtlich zu unterstützen.“

Kaffee und Brötchen für 2.000 Schüler

Der Ruf der Herner Genossenschaftlerinnen und Genossenschaftler drang mittlerweile bis nach Berlin. Ende Juni wird schoolbucks eSG ihre Arbeit dort auf Einladung des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes beim Sommerfest der NRW-Landtagsabgeordneten vorstellen - ausgewählt mit einer weiteren Initiative aus 90 Schülergenossenschaften in NRW.
Dabei hatte im Winter 2015 alles klein angefangen. Mit der Aufgabe, an Schultagen 2.000 Kol-legiaten mit Getränken und Brötchen zu versorgen, ging schoolbucks an den Start. Die Schul-Cafeteria im Basement des Mulvany Berufskollegs am Westring hatte 1,5 Jahre lang leerge-standen. Die jungen Genossenschaftler, begleitet von der Wohnungsverein Herne e.G., der Volksbank Bochum/Witten und weiteren Sponsoren, hatten „richtig Bock“ auf die ehrenamtliche Arbeit, entsprechend begeistert wurde das neue Pausensortiment angenommen.


Lernangebote und Catering
Der „Gründergeneration“ folgte bald eine zweite, die den schoolbucks-Ansatz um neue Initiativen erweiterte. Dazu gehörten erstmals auch Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler  der internationalen Klassen über den Umgang mit Geld, aber auch das Catering von Veranstal-tungen, wenn die Schule Gäste empfängt oder Schülerjahrgänge verabschiedet. Stets organi-siert schoolbucks alles selbst - vom Angebot über Einkauf, Zubereitung und Service bis hin zur Abrechnung und Buchführung.

Zeugnis mit wichtigen Unterschriften
Die Mitgliedschaft bei schoolbucks ist als „Wahlfach“ in das Schulleben integriert, am Ende schlägt sich das Engagement als Schulnote auf dem Zeugnis nieder. „Viel wichtiger als die Zensur ist das qualifizierte Arbeitszeugnis, das jedes schoolbucks-Mitglied von uns erhält. Das Zeugnis wird vom Wohnungsverein und von der Volksbank gegengezeichnet, “ sagt Betreu-ungslehrerin Anna Große-Hovest. Welches Gewicht ein solches Zeugnis hat, erlebte school-bucks-Gründungsvorstand und Mulvany-Absolventin Nicole Brailich. Sie legte das Dokument ihrer Bewerbung bei. Nicole Brailich: „Beim Vorstellungsgespräch sprachen die Personaler nur über die Schülergenossenschaft und wollten alles ganz genau wissen.“

Rekordteilnehmerzahl für Runde drei
Da verwundert es nicht, dass die Schülergenossenschaft nach den Osterferien 2016 mit einer Rekordteilnehmerzahl in Runde drei startet: 23 junge Frauen und Männer haben sich für eine Mitgliedschaft entschieden. Am Mulvany Berufskolleg ist man stolz das „Erfolgsmodell“, sagt  Thomas Brechtken, kommissarischer Schulleiter: „Im Unterricht vermitteln wir finanzielles Wis-sen in erster Linie theoretisch. Bei schoolbucks jedoch lernen die Schüler ganz praktisch den Umgang mit Geld mit allen positiven und negativen Konsequenzen. Der Wert dieser Erfahrung kann gar nicht hoch genug geschätzt werden.“

Kundenwünsche wahr werden lassen
Bei schoolbucks geht die praktische Arbeit weiter. Die Planung für die kommende Saison hat längst begonnen. Auch die dritte Generation will der „Amtszeit“ ein ganz eigenes Profil geben. Betreuungslehrerin Anna Große-Hovest ahnt bereits, wohin die Reise gehen soll: „Wir werden die Einbindung der internationalen Klassen in die Arbeit von schoolbucks mit einem eigenen Konzept stärker strukturieren. Außerdem wollen wir das Angebotssortiment der Cafeteria erwei-tern.“ Aus gutem Grund: In einer Umfrage nach den Osterferien äußerten die Kollegschülerinnen und -schüler Wünsche nach mehr Joghurt, Salat und Obst. Auf die Erfüllung werden sie wohl nicht allzu lange warten müssen. Schließlich ist auch bei schoolbucks der Kunde König.

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